Rechtsanwaltskanzlei Hein 03338/7068851
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Der Amtsgerichtsrat Dr. Montanus, dessen Aussprüche der Wuppertaler Rechtsanwalt Richard  Schieß aufgezeichnet hat, war ein Mann von weisem Humor. In den zwanziger Jahren hatte er eine alte Frau zu vereidigen, die sich dagegen mit den Worten wehrte: “Bitte, lieber Herr Richter, sehen Sie doch, ich stehe ja schon mit einem Bein im Grabe........” Ungerührt erwiderte Montanus: “So heben Sie das eine Bein aus dem Grabe, die rechte Hand hoch und sprechen Sie mir die Eidesformel nach.....”


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Drei Rechtsanwälte sitzen abends noch bei einem Glas Wein zusammen. Sie diskutieren ein juristisches Problem und können sich nicht einigen. “ Herr Ober, fragen Sie doch mal den Wirt, ob er ein Strafgesetzbuch im Hause hat!” bittet der eine Jurist schließlich. Der Wirt stürzt mit krebsrotem Kopf an ihren Tisch. “Bitte, meine Herren, kein Aufsehen”, schlägt er vor, “ ich nehme den Wein freiwillig zurück!”

 

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Zwei junge Wiener Komponisten trugen vor Gericht einen Plagiatsstreit aus. Franz Lehar war als Sachverständiger geladen. Die Prozeßgegner spielten auf einem Klavier, das man in den Gerichtssaal gebracht hatte,ihre Kompositionen, die einander sehr ähnelten, vor. Nachher fragte der Vorsitzende: “Nun, Herr Lehar, wer ist hier der Geschädigte?” Nach einigem Zögern antwortete Lehar: “Ich würde sagen, Jaques Offenbach!”

 

                                                       

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Streiten sich ein Arzt und ein Jurist. Wütend ruft der Mediziner: “Ihr Beruf, Herr Staatsanwalt, macht ja nicht gerade Engel aus den Menschen!” - Lächelt der Jurist spöttisch und antwortet: “Stimmt, Herr Doktor, das haben Sie gut erkannt - da leistet Ihre Zunft tatsächlich wesentlich mehr!”

                                                     

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Nicht der bedeutendste, wohl aber der bekannteste Anwalt im Wien der zwanziger und dreißiger Jahre war Dr. Hugo Sperber, den jedermann unter dem Sprüchlein kannte:

“Räuber, Mörder, Kindsverderber gehen  nur zu Dr. Sperber.”

 

Ein Dieb wurde von Sperber verteidigt, war mit dessen Plädoyer nicht zufrieden und unterbrach ihn ständig mit Einwänden. Sperber wies ihn  zurecht: “Passen Sie auf, lieber Freund! Ich habe Sie bei Ihrem Einbruch nicht gestört, stören Sie mich gefälligst nicht bei meinem Plädoyer!”

 

Ein Mandant sah in Sperbers Kanzlei eine Zigarettentabatiere liegen, wollte sie einstecken, wurde vom Anwalt aber dabei ertappt und belehrt: “Hören Sie, das ist mein Arbeitszimmer und nicht das Ihre!”

                                                                      

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Über das Einkommen der Anwälte wird viel gesprochen; über ihren Arbeitsaufwand weniger. Der frühere Rechtsanwalt am Bundesgerichtshof  Prof. Dr. Möhring hat die Relation zwischen den beiden Begriffen auf die Formel gebracht: “Der Rechtsanwalt hat entweder nichts zum Leben oder nichts vom Leben.”

                                                       

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© Sabine Hein und Thomas Frese 2017