Rechtsanwaltskanzlei Hein 03338/7068851
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Das Honorar des Rechtsanwalts

 

„Über Geld spricht man nicht“ lautet ein altes Sprichwort. Das ist im Verhältnis zwischen Anwalt und Mandant grundverkehrt.  Nur absolute Transparenz hinsichtlich der Kosten der Dienstleistung eines Rechtsanwalts hilft Mißverständnisse und Irritationen bereits im Ansatz zu vermeiden.

 

Reden wir also über Geld, genauer gesagt das Honorar des Rechtsanwalts.

 

Der Volksmund sagt, daß guter Rat teuer sei und viele meinen, dies gelte für anwaltlichen Rechtsrat in besonderem Maße.

 

Richtig daran ist nur, daß eine hochqualifizierte Dienstleistung wie sie ein Rechtsanwalt erbringt angemessen honoriert werden muß und weder zum Nulltarif noch zu Dumpingpreisen verlangt oder angeboten werden kann.

 

 

Der bisweilen anzutreffende Glaube daran, daß eine erste anwaltliche Beratung kostenlos sei ist ebenso ein Mißverständnis wie die Befürchtung, jedes nicht private Gespräch mit einem Rechtsanwalt löse bereits Honoraransprüche aus.

 

Wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen - gerne auch telefonisch oder per E - Mail - hören wir uns zunächst Ihr Rechtsproblem an. Dies ist für Sie kostenlos. Wenn wir Ihr Problem kennen gelernt habe, gilt es  zu klären, ob Sie zunächst nur eine Beratung wünschen oder ob wir Sie bezüglich Ihres Rechtsproblems nach außen vertreten sollen.

 

Für die Beratung gibt es seit dem 01.07.2006 keine gesetzliche Gebühr mehr. Es soll vielmehr grundsätzlich eine Vergütungsvereinbarung zwischen Mandant und Rechtsanwalt abgeschlossen werden.  Hier kommt ein Zeithonorar genauso in Betracht wie eine Beratungspauschale oder die Vereinbarung der Fortgeltung des bis zum 30.06.2006 geltenden Gebührenrechts.

 

Wenn kein höheres Honorar vereinbart wird, kann einem Verbraucher für eine Beratung oder ein schriftliches Gutachten nicht mehr als 250 EURO, für ein erstes Beratungsgespräch nicht mehr als 190 EURO berechnet werden. Bei rechtsschutzversicherten Mandanten werden diese Kosten auch in der Regel von der Rechtsschutzversicherung übernommen

 


 

Wollen Sie nicht nur beraten, sondern außergerichtlich oder gerichtlich von uns vertreten werden, so gelten für die hierfür zu zahlende Vergütung die Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes   (RVG).

 

In Zivilsachen, Familiensachen  und im Arbeitsrecht richten sich die Gebühren nach dem Gegenstandswert (auch Streitwert genannt). Dieser richtet sich nach dem wirtschaftlichen Wert des Streitgegenstands und wird in gerichtlichen Verfahren vom Gericht verbindlich festgesetzt.

 

 

 

Welche Gebühren können für die anwaltliche Vertretung im Einzelnen entstehen?


1. Außergerichtliche Tätigkeit
Bei einer außergerichtlichen Tätigkeit, also einer Tätigkeit gegenüber Dritten, können eine Geschäftsgebühr (0,5 bis 2,5 aus dem Gegenstandswert) und eine Einigungsgebühr (1,5 aus dem Gegenstandswert) anfallen.

2. Gerichtliche Tätigkeit in erster Instanz
Bei einer Tätigkeit vor Gericht erhält der Rechtsanwalt bis zu 3,5 Gebühren, die sich nach dem Streitwert vor Gericht berechnen. Es können eine Verfahrensgebühr (1,3), eine Terminsgebühr (1,2) und eine Einigungsgebühr (1,0) entstehen.

3. Gerichtliche Tätigkeit in zweiter Instanz
Die unter Punkt 3 aufgeführten Gebühren fallen auch in zweiter Instanz an; die Verfahrensgebühr erhöht sich aber auf 1,6 und die Einigungsgebühr auf 1,3.

4. Anrechnung der außergerichtlichen auf die gerichtliche Gebühr
Die Gebühren für die außergerichtliche Tätigkeit des Rechtsanwalts werden zum Teil auf die Gebühren für die gerichtliche Tätigkeit angerechnet, wenn es sich um dieselbe Angelegenheit handelt.

 

 

Im Strafrecht, Ordnungswidrigkeitenrecht und  Sozialrecht gibt es Rahmengebühren. Innerhalb des im RVG festgelegten Gebührenrahmens wird die Gebühr vom Rechtsanwalt nach Bedeutung, Umfang und Schwierigkeit der Angelegenheit, den Einkommens- und Vermögensverhältnissen des Mandanten und dem Haftungsrisiko des Anwalts festgelegt.

 

Es läßt sich also vor Beginn einer Tätigkeit immer eindeutig bzw. bei Rahmengebühren zumindest ungefähr sagen, was diese Tätigkeit voraussichtlich kosten wird.

 

 

Sonstiges

 

Weitere Möglichkeiten der Absicherung des Anwaltshonorars neben den gesondert dargestellten Möglichkeiten der Rechtsschutzversicherung und der Beratungs- und Prozeßkostenhilfe sind die Einschaltung eines  Prozeßfinanzierers oder die inzwischen unter bestimmten Voraussetzungen mögliche Vereinbarung

eines Erfolgshonorars. Sollte eine dieser Möglichkeiten für Sie in Betracht kommen, so werden wir dies im Laufe des Mandats rechtzeitig ansprechen.

 

Schließlich sollten Sie sich noch darüber klar werden, daß selbst dann wenn Sie die Kosten einer anwaltlichen Beratung oder Vertretung aus eigener Tasche zahlen  müssen sich diese Kosten in der Regel lohnen. Ein Verzicht auf Ihre Rechte oder ein unnötiger oder aussichtsloser Prozeß, ein nicht hinreichend geprüfter Vertrag oder eine sonstige Willenserklärung ohne vorherige Beratung können Sie weitaus teurer zu stehen kommen.

 

Denken Sie daran: Die meisten Unfälle passieren am Schreibtisch. Seien sie sparsam und gehen Sie lieber  rechtzeitig zum Anwalt.

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© Sabine Hein und Thomas Frese 2017